30 Mrz 2023

Umgang mit schwierigen Patient*innen – Tipps für Pflegekräfte

Pflegekraft im Gespräch mit schwierigen Patienten, einer guckt mürrisch
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Deine Arbeit als Pflegekraft ist nicht immer einfach. Du musst dich täglich um eine Vielzahl von Patient*innen kümmern, von denen einige schwieriger zu betreuen sind als andere. Schwierige Patient*innen bzw. Personen mit herausforderndem Verhalten können „schwierig“ aus verschiedenen Gründen sein, wie z.B. aufgrund von körperlichen oder psychischen Erkrankungen, altersbedingten Veränderungen oder auch durch Frustration, Schmerzen oder sogar Angst. Was auch immer der Grund sein mag, warum es dir als Pflegekraft jemand gerade nicht so leicht macht – es ist wichtig, dass du in der Lage bist, mit dieser Situation umzugehen und angemessen zu reagieren, um die Sicherheit und den Komfort der Patient*innen und deines Kollegiums zu gewährleisten.

Sei eine empathische Pflegekraft

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass jeder Mensch anders ist und dass das Verhalten schwieriger Patient*innen nicht persönlich genommen werden sollte. Es ist auch wichtig zu erkennen, dass dieses Verhalten oft eine Reaktion auf die Umgebung, Krankheit oder den aktuellen Zustand sein kann. Du solltest versuchen, eine Verbindung zum Patienten/zur Patientin herzustellen und versuchen zu verstehen, was er oder sie gerade durchmacht. Indem du Empathie zeigst und zuhörst, kannst du dazu beitragen, dass die Person sich sicher und geborgen fühlt.

Hast du auch schon einmal schwierige Patient*innen gehabt?

Deeskalation steht bei schwierigen Patient*innen an erster Stelle

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass du in der Lage sein solltest, deeskalierend zu handeln. Wenn Patient*innen aggressiv oder aufgeregt sind, kann es hilfreich sein, ruhig zu bleiben und in einem ruhigen Ton zu sprechen. Es ist auch wichtig, nicht zu bedrohen oder zu provozieren. Gib klare und einfache Anweisungen und gib der Person auch Zeit, um deine Anweisungen auch zu verstehen und zu befolgen. Wenn dein*e Patient*in sich weigert, zu kooperieren, solltest du geduldig bleiben und versuchen, ihn oder sie dazu zu bringen, zu kooperieren, indem du die notwendige Handlung gut erklärst.

Setze dich keinem Risiko aus

Schwierige Patient*innen können ein erhöhtes Risiko für Verletzungen oder Schäden darstellen. Es ist wichtig, dass du sicherstellst, dass Patient*in und Personal geschützt sind. Als Pflegefachkraft solltest du in der Lage sein, schnell und effektiv zu reagieren, wenn jemand eine unangemessene Handlung ausführt, wie z.B. körperliche Aggression oder das Werfen von Gegenständen.

Wahre die professionelle Distanz

Darüber hinaus ist es wichtig, dass du die Grenzen deine Patient*innen respektierst. Gerade in der Pflege kommt es oft zu Situationen, die jemandem unangenehm sein könnten. Nicht immer ist es da selbstverständlich, dass jemand ohne Probleme kooperiert. Achte in solchen Fällen auf eine klare und professionelle Kommunikation. Wahre die professionelle Distanz und erkläre genau, was du jetzt machst und warum. So schaffst du mehr Verständnis für deine Aufgaben.

Pflegefachkraft begrüßt eine Patientin an der Tür

Aus schwierigen Patient*innen echte Lieblinge machen

Optimalerweise schaffst du es mit der Zeit, eine positive Beziehung zu Patient*innen aufzubauen, mit denen du am Anfang vielleicht Probleme hattest. Das gelingt dir am besten, wenn du dir bewusst Zeit für diese eine Person nimmst, auf deren Bedürfnisse eingehst und sie wertschätzt und respektierst. Unterstütze besagte Patient*innen dabei, ihre Ziele zu erreichen und sorge dafür, dass sie sich wohler in ihrer Umgebung fühlen. Ehrliche Motivation und eine positive Stärkung können dafür sorgen, dass dein Problem bald der Vergangenheit angehört.

Der letzte Schritt: Das Teamgespräch

Natürlich gibt es nicht immer für jedes Patient*innenproblem eine Lösung. Solltest du massiv unter Beleidigungen, Mobbing, Rassismus oder sexueller Belästigung leiden und auch nichts helfen, dann wende dich unbedingt an deine PDL oder Leitung. Probleme wie diese sollten offen im Team angesprochen werden, vielleicht geht es anderen Kolleg*innen genauso wie dir. Deine Leitung kann besagte Patient*innen ermahnen oder dich vielleicht auf einer anderen Station oder einer anderen Versorgung einsetzen, damit du dies nicht mehr ertragen musst.

Unsere Tipps für schwierige Patient*innen zusammengefasst:

  • Habe Verständnis
  • Bewahre die Ruhe
  • Bleibe immer höflich
  • Zeige Interesse an Sorgen und Ängsten
  • Erkläre das Problem oder deine Handlung
  • Stehe dazu, wenn du Fehler gemacht hast
  • Definiere klare Spielregeln
  • Achte auf positive Formulierungen im Gespräch
  • Animiere deine Patient*innen, selber Lösungen für ein Problem zu finden
  • Analysiere schwierige Situationen im Nachgang und lerne daraus
  • Akzeptiere, dass nicht alle Patient*innen zu dir passen können
Quelle: PKM
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