Humor und die professionelle Pflege, unvereinbar?

Sind Humor und die Pflegebranche wirklich unvereinbar? Man denkt vielleicht, dass Humor bei den ganzen Unglücksfällen, die sich tagtäglich ereignen, fehl am Platz und unangebracht ist. Doch beim richtigen Einsatz von Humor lassen sich Situationen aus einem anderen Blickwinkel betrachten, Spannungen im Arbeitsalltag ab- und Freundschaften aufbauen. Und auch in der professionellen Pflege kann Humor sinnvoll eingesetzt werden und unterstützend wirken.

HUMOR IST GUT FÜR DIE GESUNDHEIT

Es ist schon längst bekannt, dass dauerhafter Stress unangenehme Folgen für die psychische und körperliche Gesundheit eines Menschen haben kann. Und Stress tritt schnell in Berufen auf, in denen es auch mal turbulenter wird. Wie in der Pflegebranche, in der Pflegekräfte bekanntlich des Öfteren enormen Stress und anderen Belastungen ausgesetzt sind. Humor kann diesem Stress entgegenwirken. Lachen wirkt nämlich fördernd dabei Anspannungen zu lösen und hilft mit schwierigen Situationen besser umzugehen.
Beim Lachen werden Endorphine freigesetzt, die die Bildung von Stresshormonen eine Zeit lang hemmen. Es spricht also nichts dagegen, seine Gesichtsmuskeln bei der Arbeit ein wenig zu trainieren.

ES GIBT SOGAR EIN DEUTSCHES INSTITUT FÜR HUMOR, HAHA!

Dass die Rolle des Humors am Arbeitsplatz nicht zu unterschätzen ist, zeigt auch das Deutsche Institut für Humor. 2005 von Eva Ullmann gegründet, hat sich das Unternehmen dem Ziel gewidmet Humor greifbarer und berechenbarer zu machen. Unter anderem geht es darum, das richtige Verhältnis von Humor und Ernsthaftigkeit zu erreichen. Das Angebot des Deutschen Instituts für Humor richtet sich dabei an Mitarbeiter*innen und Führungskräfte. In Impulsvorträgen, Workshops, Seminaren und Einzelcoachings wird das Wissen vermittelt, das die Teilnehmer*innen benötigen, um Humor professionell und sinnvoll in den Arbeitsalltag zu integrieren. Auf der Website werden zudem Podcasts und Online-Live-Seminare angeboten, die sich mit dem Thema beschäftigen. Es wird von unterschiedlichen Seiten beleuchtet, inwiefern Humor in den verschiedenen Branchen und Positionen notwendig ist.

MIT BLICK AUF DIE PFLEGEBRANCHE…

Pflegekräfte sind nicht nur oft mit Stress und (Zeit-) Druck konfrontiert, sondern geraten auch in Situationen mit gedrückter Stimmung. Hier kann gezielter Humor als eine Interventionsmöglichkeit genutzt werden. So kommt man auch mal auf andere Gedanken und kann die Stimmung auflockern. Das scheint besonders in der Pflege von Vorteil zu sein, da sich Pflegekräfte und Patient*innen oftmals in sehr emotionalen Situationen befinden. Mit dem richtigen Humor lassen sich also auch positive Effekte auf die Beziehung zwischen Pflegenden und Pflegebedürftigen hervorrufen. Und auch innerhalb des Teams kann Humor dabei helfen, Druck zu mindern, die Kommunikation zu verbessern und den Umgang mit Leid und Trauer zu erleichtern. Es tut einfach gut, wenn man auch mal zusammen lachen kann.

Tipp: Laut einer Studie zu den Wünschen von Patient*innen an Pflegekräfte empfinden die Pflegebedürftigen Humor als hilfreich. Sie fühlen sich als Person wertgeschätzt und angenommen, wenn man ihnen mit Humor begegnet oder zum Beispiel auf ihre Witze eingeht.

 

Quellen:

Arbeits-ABC: https://arbeits-abc.de/humor-am-arbeitsplatz-wer-lacht-hat-die-macht/

Bibliomed: https://www.bibliomed-pflege.de/news/29596-humor-in-der-pflege-lachen-gefaehrdet-die-krankheit

IHLEVITAL: https://www.ihlevital.de/blog/stress-abbauen-heute-schon-gelacht/

Deutsches Institut für Humor: https://www.humorinstitut.de

Humor hilft Heilen: https://www.humorhilftheilen.de/workshops/humor-hilft-pflegen/

Tamala: https://www.tamala-center.de/seminare/humor-in-der-pflege-und-medizin.html