12 Aug, 2022

Schlafmangel als Pflegekraft: Behandlungsfehler vorprogrammiert

Charline Сharline
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Krankenschwester schaut erschöpft, aufgrund von Schlafmangel
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Eine Umfrage von Psyma im Auftrag von der Initiative „Deutschland schläft gesund“ aus dem Jahr 2019 zeigt auf, dass 69% von insgesamt 135 befragten Pflegekräften unter Schlafstörungen leidet. Der Schlafmangel ist so weit ausgeprägt, dass sich dieser schon auf die berufliche Leistungsfähigkeit auswirkt. Schon nach der ersten unruhigen Nacht zeigen sich Konzentrationsschwäche, eine geringe Aufmerksamkeitsspanne oder auch einfach schlechte Laune. Doch dabei bleibt es nicht: Wer wenig schläft, kann auch verheerende Fehler im Umgang mit seinen Patient*innen begehen.

Der Grund für Schlafmangel in der Pflege

Die ausschlaggebendste Ursache für Schlafstörungen bei Pflegekräften sind laut dem Deutschen Pflegerat die wechselnden Arbeitsschichten. Generelle Überlastung durch den Personalmangel in der Pflegebranche stellt eine weitere Ursache für den Schlafmangel dar. Verzichten könne man auf die Schichtarbeit nicht, was aber gleichzeitig eine höhere Arbeitsbelastung für die Pflege darstellt.

Wenig Schlaf erhöht das Burnout Risiko

Die Folgen und Gefahren, die der Schlafmangel mit sich bringt, sind beunruhigend. Wenig Schlaf spiegelt sich nicht nur in dunkle Augenschatten wider, sondern kann auch Langzeitfolgen verursachen. Neben der Konzentrationsschwäche mindert wenig Schlaf außerdem die Hirnkapazität und schwächt das Immunsystem extrem. Langfristig gesehen führt ein geschwächtes Immunsystem zu erhöhtem Herzinfarkt Risiko, Diabetes Erkrankungen sowie Stress, Übergewicht und Depressionen. Laut der Auswertung des Arbeitsklima Index aus dem Jahr 2021 ist in keinem anderen Beruf die psychische sowie körperliche Belastung so hoch wie in der Pflege, weshalb ein Burnout gegebenenfalls nicht zu verhindern ist.

Auch interessant: Burnout in der Pflege: Die „innere Kündigung einer Pflegekraft”

Powernap als Lösung für den Schlafdefizit bei Pflegekräften

Ingo Fietze, Professor für Schlafmedizin meint, man solle Powernaps in den Arbeitstag integrieren. Schon 5 bis 20 Minuten am Tag reichen aus, um für die nächsten drei bis vier Stunden fit zu bleiben. Weitere Möglichkeiten, um die Belastungen des Schlafmangels zu reduzieren wären zum Beispiel individuell angepasste Dienstpläne nach den Wünschen der Pflegekräfte und auch die konsequente Einhaltung von Pausenregelungen.

Das Problem muss behoben werden

Schlafmangel unter Pflegekräften ist ein ernst zu nehmendes Problem in unserer Gesellschaft. Nicht nur führt dies zu gesundheitlichen Problemen, sondern auch zum Jobwechsel. Rund 25% der Pflegekräfte sind unzufrieden mit ihrer Tätigkeit und suchen aktiv nach einer neuen Stelle. Eine Studie der Arbeitnehmerkammer Bremen zeigt, dass die hohe Arbeitsbelastung und die schlechten Arbeitsbedingungen ausschlaggebend dafür sind, dass viele Pflegekräfte ihren Job wechseln möchten. Mindestens 300.000 Vollzeit Pflegekräfte wären laut der Studie wieder bereit in die Pflegebranche zurückzukehren, wenn sich die Arbeitsbedingungen deutlich verbessern. Der Job als Pflegekraft würde so extrem an Attraktivität gewinnen und somit könne es zu einer Verringerung des Fachkräftemangels kommen.

Das Problem des Schlafmangels sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Falls die Arbeit dann doch zu stressig wird, dann sollten die einen oder anderen Netflix Abende gestrichen und der Schönheitsschlaf nachgeholt werden. An alle Pfleger und Pflegerinnen da draußen, passt auf euch auf und achtet auf eure Gesundheit!

Wie ist das bei dir: Ist dir schon einmal ein Fehler aufgrund von Schlafmangel passiert?

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