PKM schaut hinter die Kulissen: „Die Herzblut-Aufgabe“

Victor-lavnejev Victor Lavnejev
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Ende 2021 sorgte eine Produktion von Sat1 in der Pflegewelt für großes Aufsehen: In der Sendung „Die Herzblut-Aufgabe – Promis in der Pflege“ begleiten deutsche Promis die Pflegekräfte des Helios Klinikums in Berlin-Buch in ihrem Pflegealltag. So einigen Zuschauer*innen stelle sich da die Frage: Wie echt ist diese Sendung überhaupt? Wir haben mit den teilnehmenden Pflegekräften der Sendung gesprochen und lassen diese in unserer zweiteiligen Serie „PKM schaut hinter die Kulissen“ zu Wort kommen.

Fotos: Thomas Oberländer | Helios Kliniken

Berliner Pflegekräfte zeigen Promis, was ihren Job wirklich ausmacht

Das Ziel des Formates „Die Herzblut-Aufgabe“ war es, den Pflegenden mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Denn der Beruf der Pflegekraft ist noch immer nicht so angesehen, wie er sein sollte. Und teilweise hat Sat1 auch dieses Ziel erreicht: Das Helios Klinikum, das für diese Sendung mit dem Privatsender kooperierte, verzeichnete nach Ausstrahlung der mehrteiligen Serie eine Vielzahl an neuen Bewerbungen.

Wayne Carpendale, Jenny Elvers, Jorge Gonzales, Faisal Kawusi, Patrick Lindner und Lilly Becker scheinen also mit ihrem vierwöchigen Praktikum durchaus etwas bewirkt zu haben. Und bei ihnen selber hat der Besuch im Klinikum auch Eindruck hinterlassen.

Sechs Pflegekräfte aus dem Helios Klinikum betreuten die sechs Promis während ihres Praktikums. Immer dabei: Das Sat1 Team mit Redaktion und Kameras. Für viele der Pflegekräfte war das eine ganz neue und vor allem ungewohnte Erfahrung. Gesundheits- und Krankenpflegerin Vanessa fasst zusammen, wie sie und ihre Kolleg*innen sich dabei gefühlt haben: “Die Vorstellung, dass mich eine Kamera die ganze Zeit bei der Arbeit begleitet, war erst etwas befremdlich für mich.”

Vanessa, 30 Jahre, Gesundheits- und Krankenpflegerin (Wayne Carpendale)

Als Vanessa als Kindergartenkind ein Bild von ihrem Berufswunsch malen sollte, entschied sie sich dazu, sich als Krankenschwester darzustellen. Heute hat sich die 30-Jährige ihren Kindheitstraum erfüllt. “Meine Mutter sagt, ich wollte schon immer Allen helfen”, erzählt Vanessa. “Diesen Wunsch hatte ich schon immer und in der Pflege kann ich das ausleben.”  Zum Interview mit Vanessa

     

Aron, 34 Jahre, Krankenpfleger Onkologie (Faisal Kawusi)

Aron hat dafür gekämpft, in die Pflege zu kommen. Nach seinem Schulabschluss in der 10. Klasse absolvierte er erst ein FSJ, um den Sprung zu schaffen, der damals nur mit Abitur möglich war. „Ich wollte schon immer etwas mit Medizin machen. Mein Vater und mein Onkel waren Rettungsassistenten, wir haben einen Arzt in der Familie, meine Oma war Krankenschwester. Jetzt ist er in der hämatologischen Onkologie mit Schwerpunkt Stammzellentransplantation tätig. Zum Interview mit Aron

Luise, 59 Jahre, Krankenpflegerin Geriatrie (Faisal Kawusi & Lilly Becker)

Luise setzt mit ihrer Arbeit auf der geriatrischen Station quasi eine Familientradition fort: Sowohl ihre Mutter als auch ihr Vater waren selbst in der Pflege tätig. „Eigentlich wollte ich Tierärztin werden, aber das hat sich dann doch nicht ergeben“, erzählt Luise. Jetzt ist die 59-Jährige schon seit über vierzig Jahren Pflegekraft und sagt: „Bis jetzt habe ich die Entscheidung für die Pflege nie bereut.“ Zum Interview mit Luise

Nadja K. 25 Jahre, Krankenpflegerin HNO und Adipositas Station (Patrick Lindner)

Nadja ist die erste Krankenpflegerin in ihrer Familie und eher zufällig dazu gekommen. “Nach meinem Schulabschluss musste mein Vater einige Zeit im Krankenhaus verbringen und bei den Besuchen dort habe ich den Beruf der Krankenschwester für mich entdeckt.” Erst folgte ein freiwilliges soziales Jahr im Bereich Pflege und im Anschluss absolvierte Nadja die Ausbildung zur Krankenpflegerin. Seit vier Jahren arbeitet sie nun schon auf der HNO und Adipositas Station und brennt für ihre Arbeit. Zum Interview mit Nadja K.

Nadja W. , 44 Jahre Kinderkrankenschwester & Praxisanleiterin

Als Praxisanleiterin hat Nadja einige Übung darin, neue Kolleg*innen einzuarbeiten und bei ihrem Start auf der Station zu unterstützen. Der schönste Teil ihrer Arbeit ist das Lachen der Kinder. “Das ist unbezahlbar”, sagt sie.  Zum Interview mit Nadja W.

Welche Erwartungen waren an „Die Herzblut-Aufgabe“ geknüpft?

Sich von ganz Deutschland bei der Arbeit beobachten zu lassen, ist mit Sicherheit kein einfacher Schritt. Während Nadja W. als Praxisanleiterin erfahren mit der Einarbeitung von neuen Kolleg*innen ist und mit wenig Erwartungen an das Ganze herangegangen ist, war Aron bewusst, dass es in dem Format vorrangig um die Unterhaltung ging. „Ich habe mich darauf gefreut, aber keine investigative Dokumentation erwartet. Mir war es aber wichtig, dass nicht nur auf heile Welt gemacht wird und der Job im Fokus steht.“

Einen Großteil der Videos von der “Herzblut-Aufgabe” findet ihr mittlerweile auch auf Youtube. Schaut doch mal rein!

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Wie bereitet man sich als Pflegekraft auf eine TV-Produktion vor?

Die Mitglieder des Pflege-Teams aus „Die Herzblut-Aufgabe“ gingen alle ganz unterschiedlich an ihre neue Herausforderung heran. Wirklich vorbereitet haben sich aber alle nicht. Luisa fasst zusammen: „Wie willst du dich darauf vorbereiten? Das geht nicht. Man weiß ja nicht, wie jemand sich anstellt oder was er oder sie für Fragen stellen wird.“ In der Praxis haben sich alle dann genauso verhalten, wie sie es bei neuen Kolleg*innen, Auszubildenden oder Praktikant*innen auch machen würden. Aron erzählt: „Wenn Deutschland zuguckt, überlegt man sich schon, was man sagt und macht und handelt Kamera-konform.“ Am Ende war dann aber doch alles anders „und das war dann auch okay.“

Aber: Es gibt auch Kritik

So positiv die Auswirkungen von „Die Herzblut-Aufgabe“ auch für das Klinikum waren – es gibt auch kritische Stimmen zur Sendung. Die Stimmung auf den Stationen sei viel zu ruhig und bilde nicht die Realität ab. Auch das Thema Unterbesetzung wird für viele nicht genug thematisiert. Trotzdem sind sich auch die Kritiker*innen einig: Pflege sei einer der schönsten Berufe auf der Welt und das werde auch gut dargestellt.(Quelle: rnd)

Habt ihr „Die Herzblut-Aufgabe“ gesehen? Was meint ihr: Wieviel davon ist wirklich Realität gewesen?

Wie sich die einzelnen Promis in der Realität wirklich geschlagen haben und wie authentisch die Sendung am Ende dann wirklich war, lest ihr in Part 2 unserer Reihe: Drehbuch oder Realität?

 

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