Franziska Böhler: „Wenn ich eines gelernt habe, dann bewusster zu leben“

Nina nina
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Franziska Böhler ist wie viele ihrer Altersgenossen auf Instagram aktiv – doch die 31-Jährige postet nicht nur Bilder aus dem Urlaub oder beim Sport, sondern sie erzählt von ihrer Arbeit als Pflegekraft in der Anästhesie- und Intensivmedizin. Sie teilt ihre Gedanken und Sorgen mit unter dem Namen @thefabulousfranzi mit ihren Follower*innen auf Instagram. Zu wenig Personal, zu viele Patient*innen, ständiger Stress und andauernde Schichtarbeit – Franzi spricht über die unschöne Wahrheit, aber dennoch liebt sie ihren Job in der Pflege und kommuniziert das auch genau so. Der Austausch mit ihren Follower*innen zu aktuellen Themen ist ihr besonders wichtig. Ihr Engagement im Web hat sie weit gebracht: Im Rahmen einer Sternkampagne für die Pflege war sie an vorderster Front mit dabei und beim Heyne Verlag erschien ihr erstes Buch “I’m a Nurse”

 

Franzi im Interview

PKM: Warum hast du dich für den Beruf der Pflegekraft entschieden? Und warum arbeitest du gerade in der Intensivpflege?
Franzi: Ich wollte definitiv mit Menschen arbeiten und war als 16-Jährige schon immer auf der Suche nach etwas Sinnvollem. Ich wollte Verantwortung tragen und habe letztlich die richtige Entscheidung getroffen. Die Intensivpflege lernte ich dann in einer sechswöchigen Einsatzzeit im Mittelkurs kennen. Ich war fasziniert davon, wie eigenverantwortlichen die Pflegekräfte dort arbeiteten, vom Spektrum der Erkrankungen und den vielen Möglichkeiten, sich weiterzubilden.

Gab/gibt es auch mal kritische Stimmen gegenüber deiner Berufswahl? Wie gehst du damit um?
Kritische Stimmen zu meinem Beruf gab es nie, im Gegenteil. Mich erreichen zwar auch teilweise anonyme Nachrichten via Instagram, die nicht immer nett sind, das ist allerdings die Ausnahme.

Was ist deine Lieblingsaufgabe im Arbeitsalltag?
Jeden Tag ein kleiner Teil eines Genesungsprozesses sein zu können.

Was machst du in deiner Freizeit besonders gerne zum Ausgleich?
Ich kümmere mich um meine zwei Kinder, wir unternehmen viel als Familie. Oder ich treffe mich mit Freundinnen.

Wie kam es dazu, dass du angefangen hast zu bloggen?
Über die Pflege zu schreiben, mich auszutauschen, ist eher zufällig passiert. Ich hatte einen kleinen Instagram Account, habe ab und zu gepostet, nie regelmässig. Als ich irgendwann merkte, dass das Interesse an meinem Beruf hoch ist, nahm es Stück für Stück seinen Lauf. Das war aber nie geplant.

Was bedeutet gute Pflege für dich?
Gute Pflege bedeutet für mich, dass ich meine Patient*innen nach bestem Wissen und Gewissen versorgen konnte.

Worauf legst du bei deinem Umgang mit Patient*innen besonders viel Wert?
Das Wichtigste ist, den Menschen mit Empathie und Respekt zu begegnen. Sie befinden sich oft in Extremsituationen, das erfordert einen adäquaten Umgang mit ihnen.

Welche Erlebnisse haben dich auf der Arbeit besonders geprägt?
Ich habe in meiner Zeit in der Klinik so viel erlebt. Familiäre Dramen, kleine Wunder, Menschen die alles verloren haben, Menschen die unendlich dankbar waren. Tragödien und unheimlich lustige Situationen.
Wenn ich eines gelernt habe, dann bewusster zu leben.

Was sollte die Politik deiner Meinung nach unbedingt ändern? Wo gibt es noch Verbesserungspotenzial in den Pflegeberufen?
Unseren Beruf hat man viele Jahre sehenden Auges gegen die Wand fahren lassen. Im Moment betreibt man politisch Flickschusterei. Das wird keine jungen Menschen dazu bewegen sich für die Pflege zu interessieren, denn auch das gesellschaftliche Image ist – völlig zu Unrecht – mittlerweile ein schlechtes.

Was würdest du jungen Menschen sagen, die unsicher sind, ob ein Beruf im Gesundheitswesen das Richtige für sie ist?
Ein Praktikum ist sicher immer eine gute Möglichkeit erste Einblicke zu bekommen. Wer gerne mit Menschen arbeiten möchte, sozial ist und ein hohes Maß an Verantwortung tragen möchte… Der ist in der Pflege wahrscheinlich richtig.
Wir Pflegenden sind medial, gerade für diese junge Zielgruppe, echt gut aufgestellt. Für Fragen sind wir immer offen.

Weitere Interviews mit unseren Pflegeinfluencern findest du hier:

@einfach.jean : Instagram gegen den Pflegenotstand

@le_ni_fee : „Wir schlafen nicht – wir arbeiten!“

@irgendwannmalärztin : Samira motiviert Pflegekräfte auf Instagram

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