Spahn plant einen zweiten Pflegebonus - aber keiner will ihn

Bereits 2020 erhielten viele Pflegekräfte einen Pflegebonus in Höhe von bis zu 1500 Euro. Für dieses Jahr ist bereits ein zweiter Bonus im Gespräch, der bei den Pflegeden aber nicht nur auf positives Feedback stößt.

 

Lieber dauerhafte Veränderungen

Das Problem: Ein Pflegebonus ist für viele zwar eine nette Geste, jedoch würden sich die meisten Pflegekräfte lieber eine dauerhafte Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen wünschen. Ein Bonus würde nichts an den vielen Überstunden oder dem Personalmangel ändern. Eine dauerhafte Lohnerhöhung hingegen könnte mehr junge Menschen motivieren, in der Pflege arbeiten zu wollen und so dauerhaft etwas verändern. Eine Prämie ist keine langfristige, sondern eine kurzfristige Strategie.

50 Millionen Euro für zweiten Corona-Bonus

Der neue Bonus soll diesmal aber immerhin mehr betroffenen Menschen zustehen. So soll er diesmal doppelt so vielen Personen ausgezahlt werden, auch Reinigungskräfte können diesmal inbegriffen sein. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will nun 450 Millionen Euro in die Hand nehmen – mehr als doppelt so viel, wie beim ersten Bonus im vergangenen Jahr.

Noch immer: Nicht jeder bekommt den Bonus

Über diesen Bonus werden sich, wie beim letzten Mal auch, wieder viele Pflegende freuen. Aber: Auch diesmal werden viele wieder leer ausgehen. Enttäuschungen sind vorprogrammiert. Bei dem vergangenen Bonus erhielten viele Menschen, die in der Pflege arbeiten und unter den Folgen der Corona Krise leiden, das Geld gar nicht. Die Begründung: Sie hätten keinen Kontakt mit den Erkrankten. Ganze 70 Prozent der Kliniken wurden damals auch gar nicht mit einbezogen. Mit mehr Stress und Überlastungen haben aber fast alle in der Pflege zu kämpfen, egal ob mit oder ohne Patient*innenkontakt. Auch OP-Assisten*innen, die im Operationsaal die Corona-Erkrankten operierten, haben keinen Bonus erhalten. Aufgrund dieser Ungerechtigkeiten wünschen sich viele Menschen aus dem Gesundheitswesen nun keine zweiten Bonus.

Das sagt unsere Community dazu:

Er (Spahn) sollte mal dafür sorgen, dass dann alle gleichberechtigt sind. Denn alle in der Pflege, ganz gleich wo sie arbeiten, haben einen Bonus verdient. Alle geben ihr bestes in dieser schweren Zeit.

– Sabine

Anstatt den Bonus zu zahlen, sollte lieber das Gehalt angepasst werden!

– Bi Na

Guter Plan

– Kristina

Ein Bonus ist der falsche Weg. Die Gehälter und der Pflegeschlüssel müssen erhöht werden.

– Stefanie

Quellen:

Bayrischer Rundfunk: https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/neuer-pflegebonus-geplant-aber-nicht-erwuenscht,SP70MVB

FAZ: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/zweite-corona-welle-jens-spahn-deutet-weiteren-pflegebonus-an-17116265.html

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Der Bonus ist nicht sinnvoll lieber die Gehälter ordentlich anpassen dauerhaft dann wird es eher was und attraktiver machen dann bewerben sich auch mehr für diesen Beruf…

Wie viele bereits kommentierten, sei die zweiten Bonuszahlung bei vielen als nicht positiv angekommen, was ich nur bestätigen kann.
Es sollen wieder Millionen von Steuergeldern als Bonus ausgezahlt werden! als Ausgleich für die Belastungen der Coronazeiten, aber was ist mit der Zeit davor ???
Auch in den letzten 5-10 Jahren war es nicht einfach warum erhielten wir da nicht bereits Prämien ?
Das Elend der Pflege sollte an den Wurzeln angepackt werden und zwar zurück führend Mitte Ende der 90er. Seit der Privatisierung der Pflege ging es jährlich bergab!!! Heute geht es nur noch um Profit, Gewinn, Umsatzmaximierung oder Rendite in Pflegeheimen. Die Alten-& Krankenpflege entwickelte sich zu einen profitablen Börsenmarkt, um Investoren für Pflegeheimketten zu finden.
Man überlege sich, es werden Gewinne erwirtschaftet aus der Hilfsbedürftigkeit Alter sowie kranker Menschen.
Pflege gehört in staatlicher Hand, Pflegekräfte sollten alle nach tarifvertrag bezahlt werden und der Staat soll für die Sicherstellung und Haftung gerade stehen! So ändert sich rapide der Personalschlüssel.

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