Der Lockdown schadet unserer psychischen Gesundheit


Wir leben in Zeiten einer weltweiten Pandemie. Die Geschäfte und Restaurants sind geschlossen und die Menschen sind angehalten zuhause zu bleiben. Der Lockdown bestimmt aktuell den Alltag jedes Menschen in Deutschland. Während die soziale Isolation einige Menschen stark belastet, bangen andere zudem noch um ihre Jobs und Existenzen. Die mentalen Belastungen sollten besonders in dieser Zeit keineswegs unterschätzt werden. Gerade Pflegekräfte haben aktuell viel auszuhalten: Sie sind mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko konfrontiert, schieben Überstunden und haben enormen Stress. Gerade sie sind ohnehin schon verstärkt betroffen und leiden häufiger an Burnout oder anderen Krankheiten.  

Gesundheit wird durch Corona-Maßnahmen beeinträchtigt

Jährlich leidet mindestens jeder vierte deutsche Erwachsene an einer psychischen Erkrankung. Das bedeutet, dass jedes Jahr knapp 18 Mio. Erwachsene in Deutschland betroffen sind. Diese Zahl könnte durch soziale Isolation aufgrund des Lockdowns weiter ansteigen. Am häufigsten in Deutschland sind Angststörungen, rund 10 Millionen Menschen leiden hier pro Jahr an ihnen. Durch den Lockdown und die langfristigen Folgen für die Wirtschaft müssen nun noch zusätzlich viele Menschen um ihren Arbeitsplatz oder ihre Existenz bangen. Dieser Umstand und die damit verbundene Belastung können Angst- und Panikstörungen fördern.

Schlafstörungen können zu Erkrankungen führen

Durch den Dauerstress und die Anspannung, wie viele sie in dieser Zeit erleben,  fördern außerdem auch Schlafstörungen, sodass dauerhafte Schlaflosigkeit ein akutes Problem werden. Hier werden neben Sport eigentlich auch soziale Kontakte als gute Therapiemethode gesehen. Die Möglichkeiten für soziale Kontakte sind nun aber aufgrund der Bestimmungen nur eingeschränkt möglich. Bekommen Betroffene  den Stress nicht in den Griff, kann das langfristig neben Schlafstörungen und Depressionen auch zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen (z. B. Diabetes), Entzündungserkrankungen oder Allergien führen.

Was kann ich für meine psychische Gesundheit tun?

Unsere psychische Gesundheit ist der Grundbaustein für ein glückliches Leben. Dementsprechend ist es unheimlich wichtig, sie zu schützen. Und trotzdem sind 2017 rund 970 Millionen Menschen der Weltbevölkerung von einer psychischen oder substanzbezogenen Erkrankung betroffen gewesen. In Zeiten der Kontaktbeschränkungen ist es schwer, nicht in ein tiefes Loch zu fallen oder sich zu überarbeiten. Gerade jetzt ist es wichtig, an die Frische Luft zu kommen. Wer sich eingeengt fühlt, sollte einen Spaziergang unternehmen, seine Ernährung gesünder gestalten und ggf. Vitamin D zuführen. Es gilt, aus dem Alltagstrott herauszukommen, neue Dinge auszuprobieren und trotz Einschränkungen den Kontakt mit anderen Menschen aufrecht zu erhalten. Wer im Homeoffice arbeiten kann, sollte gleichzeitig darauf achten, nicht privates und berufliches zu vermischen. Pflegekräfte, die aktiv in Pflegeheimen oder Krankenhäusern arbeiten, dürfen sich nicht schämen, um Hilfe und Unterstützung durch Freunde, Familie und Partner zu fragen. Gerade jetzt brauchen sie jede Entlastung, die möglich ist.

Professionelle Hilfe ist keine Schande

Wer hierdurch keine Verbesserungen erreichen kann, der sollte trotz allem eine Therapie in Anspruch nehmen und sich professionelle Hilfe holen, wenn diese notwendig ist. In sogenannten „Corona-Sprechstunden“ können Patient*innen mit Psychotherapeut feststellen, ob eine ernsthafte Erkrankung vorliegt und wie diese therapiert werden kann.

Weitere Tipps und Empfehlungen finden Betroffene auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Psychologie.

In Notfällen und Krisensituationen kann man sich Tag und Nacht an die Telefonseelsorge wenden: 0800 / 1110111 oder 0800 / 1110222.

 

Quellen:

Krankenpflege.digital: krankenpflege.digital/burnout-pflegekraefte-sind-besonders-gefaehrdet
DPTV: www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/index.php?eID=dumpFile&t=f&f=11069&token=a90390e76f0e00e7f914aef6a5b47f06e3cd5329
Schlafstörungen Ratgeber: www.schlafstoerungen-ratgeber.com/schlafstoerungen-ursachen.html?gclid=EAIaIQobChMIg9m7-LuC7gIVx57tCh1wbAbyEAAYASAAEgKwe_D_BwE
Patienten-Information: www.patienten-information.de/kurzinformationen/angststoerungen#
Statista: de.statista.com/statistik/daten/studie/1038848/umfrage/weltweite-anzahl-an-betroffenen-ausgewaehlter-psychischer-erkrankungen/