Chatbots in der Pflege: Emotionale Unterstützung während der Isolation?

Während der Corona-Pandemie litten viele Pflegebedürftige unter den Folgen der Kontaktbeschränkungen und Isolation von Angehörigen. Was tun, wenn der persönliche Kontakt zur Außenwelt nicht mehr möglich ist? Und was, wenn die Patient*innen keine Angehörigen haben, die sich mit ihnen beschäftigen können? Könnten sogenannte Chatbots in der Pflege genutzt werden, um dem Verfall des sozialen Umfeldes entgegenzuwirken?

WAS IST EIGENTLICH EIN CHATBOT?

Ein Chatbots wird definiert als „Dialogsystem mit natürlichsprachlichen Fähigkeiten textueller oder auditiver Art“ (Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon). Die Nutzer*innen können entweder auf Webseiten oder mit Instant-Messaging-Systemen (WhatsApp etc.) mit den Chatbots in Kontakt treten. Diese analysieren im Folgenden die Eingaben der Nutzer*innen und antworten ihnen im Anschluss. Sie können also genutzt werden, um Unterhaltungen zu starten und zu führen oder um sich Informationen zu beschaffen. Insbesondere für Patient*innen ist dies sehr hilfreich, da sie auf diesem Weg Fragen stellen oder Ratschläge einholen können – und das völlig unabhängig von Zeit und Ort, denn Chatbots bündeln den Austausch von Informationen und sorgen für eine reibungslose Kommunikation.

KONTAKTBESCHRÄNKUNGEN UND ISOLATION: CHATBOTS ALS SOZIALER AUSGLEICH?

Die Chatbots können aber nicht nur genutzt werden, um orts- und zeitunabhängig an Informationen zu kommen. Sie bieten auch die Möglichkeit, fehlende menschliche Nähe zu ersetzen und dem Gefühl von Einsamkeit entgegenzuwirken, denn sie kommunizieren ähnlich wie in einem normalen Gespräch. Es entstehen richtige Dialoge und so können Patient*innen sogar emotionale Beziehungen zu den Chatbots aufbauen. Besonders in Momenten, in denen man sich einsam fühlt, kann es helfen Kontakt zu „jemandem“ zu haben, dem man sich anvertrauen kann und der einem rund um die Uhr zuhört.

EIN BEISPIEL FÜR CHATBOTS IN DER PFLEGE: LARK

Entwickelt wurde Lark für Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes und mit einem allgemein schlechtem gesundheitlichen Zustand. Lark soll dabei unterstützen, die eigenen Gesundheitsdaten der Nutzer*innen zu überwachen. Hinzukommt auch noch, dass Lark ein Chatbot ist, der eher für ältere Menschen entwickelt wurde. Er kann zudem menschenähnliche Unterhaltungen führen und hat eine einfühlsame, freundliche und humorvolle Art, die genau auf diese Zielgruppe ausgerichtet ist. Laut Aussage der Lark-CEO, Julia Hu, ermöglicht der Chatbot insbesondere älteren Menschen einen unterhaltsamen Ansatz den sozialen Austausch mit dem eigenen Gesundheitsbewusstsein zu verknüpfen.

Chatbots können also neben der Informationsbeschaffung auch zur emotionalen Unterstützung beitragen, wenn Patient*innen sich einsam fühlen. Insbesondere für Patient*innen, die keine Angehörigen mehr haben, könnten Chatbots eine sinnvolle Lösung sein. Vor dem Hintergrund umfassender Kontaktbeschränkungen und der Isolation von der Außenwelt, lässt sich hier ein Unterstützungspotential feststellen. Allerdings müssen die Patient*innen auch die technischen Voraussetzungen zur Nutzung von Chatbots erfüllen können.

 

Quellen:

Gabler Wirtschaftslexikon: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/chatbot-54248

Snatchbot: https://de.snatchbot.me/amp/insight/89/funf-gute-grunde-warum-das-gesundheitswesen-chatbots-benotigt

Zeix: https://zeix.com/durchdacht/2019/02/06/was-chatbots-koennen-und-warum-user-sie-lieben/

Süddeutsche Zeitung: https://www.sueddeutsche.de/digital/chatbots-lockdown-einsamkeit-1.4942697

Userlike: https://www.userlike.com/de/blog/die-besten-chatbots

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