04 Jan 2024

Angriffe auf Ersthelfer*innen an Silvester – auch Pflegekräfte sind Opfer

Silvester Angriffe gegen Ersthelfer Laatzen Berlin
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Auch in diesem Jahr gab es an Silvester wieder eine Vielzahl an Angriffen auf Ersthelfer*innen. Sowohl in Berlin als auch in Laatzen bei Hannover gab es Vorfälle, die es überregional in die Medien schafften und für viele Diskussionen in den sozialen Medien sorgten. Doch warum kommt es gerade immer an Silvester dazu, dass Menschen, die helfen wollen, aktiv angegriffen werden?

40 Personen greifen Feuerwehrleute mit Steinen & Eisenstangen in Laatzen an

In Laatzen-Mitte kam es während des Jahreswechsels zu einem schwerwiegenden Vorfall, als etwa 40 Unbekannte die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr bei einem Brandeinsatz auf dem Zebrastreifen Am Wehrbusch mit Steinen und Eisenstangen angriffen. Das Löschfahrzeug wurde beschädigt, und die Feuerwehr brach den Einsatz ab. Stadtbrandmeister Sebastian Osterwald vermutet, dass der Angriff ein geplanter Hinterhalt war. Die Stadt Laatzen hat Strafanzeige erstattet und bittet Zeugen um Hinweise zum Vorfall beim Polizeikommissariat Laatzen. Unfassbare Angriffe wie diese sind für Einsatzkräfte leider nicht selten und besonders in der Silvesternacht 2023/24 kam es wieder zu mehreren schweren Vorfällen.

 

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Die Angriffe auf die Feuerwehr häuften sich an Silvester

Feuerwehreinsätze werden zunehmend durch gewalttätige Angriffe gefährdet. Nicht nur in Laatzen griffen 40 Personen ein Löschfahrzeug an, auch in Bremerhaven wurden Feuerwehrleute während eines Brandeinsatzes mit Pyrotechnik beschossen. In Frankfurt am Main wurden Kräfte mit Steinen und Feuerwerkskörpern attackiert, wobei zwei Feuerwehrleute verletzt wurden. In Hannover-Buchholz wurden Feuerwehrleute bei einem Containerbrand mit Feuerwerkskörpern beworfen, wobei ein Verletzter ins Krankenhaus gebracht werden musste. In Solingen wurden Feuerwehrkräfte, die zu einem Brand gerufen wurden, mit Böllern, Raketen, Flaschen und Steinen angegriffen, ohne dass es zu Verletzten kam. „Jeder Angriff ist einer zu viel! Es ist – auch aus Respekt für die Einsatzkräfte – unbedingt nötig, dass in jedem Fall ermittelt wird und es bei Vorliegen der Voraussetzungen auch immer zu einem Verfahren kommt“, fordert DFV-Präsident Banse.

Patienten greifen Personal in der Notaufnahme an – weils zu lange dauert

Am gleichen Abend kommt es auch zu tätlichen Übergriffen in Krankenhäusern. In Berlin wurden drei Patienten in der Notaufnahme übergriffig, da die Wartezeit den Tätern zu lang gewesen sei. Das Krankenhauspersonal erlitt Blaue Flecken, Platz- und Bisswunden, gebrochene Arme und Finger. Auch Intensivpfleger Ricardo Lange thematisierte den Vorfall auf seinem Instagram Account. Eine Followerin fasst das Geschehen klar zusammen: „Das werde ich nie verstehen, wie man die Menschen angreifen kann, die einfach anderen nur helfen wollen in ihrem Beruf. Das ist mit nichts zu begründen und auch durch nichts gerechtfertigt.“ Durch die Faustschläge erlitt der 42-jährige Arzt eine Kopfverletzung, die ambulant behandelt werden musste. Auch ein 32-jähriger Pfleger wurde leicht am Kopf verletzt.

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Warum häufen sich Angriffe auf Ersthelfer*innen gerade zu Silvester?

Jährlich wiederholen sich an Silvester bedauerlicherweise zahlreiche Angriffe auf Ersthelfer*innen, wie jüngste Vorfälle in Berlin und Laatzen bei Hannover zeigen. Diese Ereignisse haben nicht nur landesweite Medienaufmerksamkeit erlangt, sondern auch in den sozialen Medien zu intensiven Diskussionen geführt. Die Frage, warum ausgerechnet zu Silvester Menschen, die Hilfe leisten wollen, aktiv attackiert werden, wirft gesellschaftliche Überlegungen auf und bleibt ein Anlass zur besorgten Reflexion über Ursachen und Prävention.
Die Kombination aus erhöhtem Alkoholkonsum, feiernden Menschenmassen, impulsivem Verhalten sowie der Verwendung von Feuerwerkskörpern könnte eine angespannte Atmosphäre schaffen. In solchen Situationen kann es zu unüberlegten Handlungen kommen, einschließlich Angriffen auf Rettungskräfte. Auch eine gewisse Anonymität in großen Menschenmengen könnte dazu beitragen, dass einige Einzelpersonen sich zu aggressivem Verhalten hinreißen lassen. Es ist wichtig zu betonen, dass dies allgemeine Überlegungen sind und nicht notwendigerweise die spezifischen Gründe für einzelne Vorfälle widerspiegeln.

Wie immer kommt im Rahmen dieser Diskussionen auch der Ruf nach einem verpflichtenden Sozialdienst für alle Schulabgänger auf. Die Idee dahinter mag super sein, auch in Anbetracht des Pfleger*innenmangels. Das Soziale Jahr soll das Verständnis für solche Berufe wie Pflege, Rettungsdienst, Feuerwehr und Co. steigern. Jedoch stellt sich die Frage, ob allein durch die Arbeit in diesem Beruf Menschen wie diese wirklich dazu lernen. Oder ob an manchen Punkten einfach die Hoffnung verloren ist.

Habt ihr schonmal sowas erlebt?

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