Laut Recherchen von CORRECTIV erhielten zwei enge Bekannte des damaligen Bundesgesundheitsministers Jens Spahn hochrangige Führungspositionen innerhalb der Gesundheitsbranche.
Im Frühjahr 2019, kurz nachdem der Bund die Mehrheit an der Gematik übernommen hatte – dem zentralen Dienstleister für die Digitalisierung im Gesundheitswesen –, wurde die Leitung neu besetzt. Die Gematik war damals federführende Stelle bei der Einführung der elektronischen Patientenakte, einem Projekt, das wegen hoher Anforderungen an Datenschutz und Sicherheit unter besonderer Beobachtung stand.
Das Verteidigungsministerium beauftragte daraufhin die Headhunterfirma Kienbaum mit der Suche nach geeigneten Kandidaten. Nur neun Wochen später, im Juli 2019, trat der neue Geschäftsführer sein Amt an. Laut Spahns Sprecher habe dieser auf ein deutlich höheres Gehalt verzichtet – für seine IT‑Erfahrung beziehungsweise Verwaltungstätigkeit in der Gesundheitsbranche sei er jedoch nicht explizit als besonders qualifiziert bekannt gewesen.
Die Recherche stellt die Frage, inwieweit persönliche Beziehungen bei der Vergabe sensibler Positionen eine Rolle spiel(t)en. Sie unterstreicht gleichzeitig, wie wichtig transparente Auswahlverfahren bleiben – gerade in Bereichen mit hoher Verantwortung wie der gesundheitlichen Digitalisierung.
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