12 Okt, 2021

Echte Vorbilder: Ikonen aus der Pflege, die man kennen sollte

Nina nina
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Florence Nightingale, Pflegeikone
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Sie haben die Pflege, wie wir sie heute kennen, geprägt und große Veränderungen angestoßen. Florence Nightingale ist noch Heute eine echte Ikone in der Pflege, ebenso wie Agnes Karll oder Henry Dunant. Doch was haben sie bewirkt und warum sollte man sie unbedingt kennen?

 

Florence Nightingale

(*12. Mai 1820 in Florenz; † 13. August 1910 in London)
Die britische Krankenschwester gilt als Begründerin der modernen westlichen Krankenpflege. Sie reformierte das Sanitätswesen und die Gesundheitsfürsorge in Großbritannien. Für ihren Wunsch, als Krankenschwester zu arbeiten, musste sie hart kämpfen. Als Tochter vermögender Eltern war ein Leben als Schwester für sie nicht vorgesehen.
Als Krankenschwester organisierte Florence Nightingale im Krimkrieg (1853 – 1856) die Pflege der Soldaten neu. Sie verbesserte die hygienischen und medizinischen Umstände und senkte so die Sterberate von 42% auf nur noch 2%. Hier erhielt sie auch ihren berühmten Spitznamen „Lady with the Lamp“: Nachts lief sie mit der Lampe in der Hand durch die Lazarette und wurde für tausende Verwundete zur Lebensretterin. 1860 gründete sie die erste Schwesternschule in London, in der nach modernen Normen gelehrt wurde. Außerdem wurden ihre Erfahrungen aus dem Krieg in Lehrbüchern veröffentlicht. Florence Nightingale erhielt 1907 als erste Frau den „Orden für hohe Verdienste um das Britische Reich und die Menschheit“ und wurde zur Ehrenbürgerin Londons. Dieser Ikone ist es zu verdanken, dass die Krankenpflege als Lehrberuf etabliert wurde.

„Krankenpflege ist keine Ferienarbeit. Sie ist eine Kunst und fordert, wenn sie Kunst werden soll, eine ebenso große Hingabe, eine ebenso große Vorbereitung, wie das Werk eines Malers oder Bildhauers.“
– Florence Nightingale

Agnes Karll

(*25. März 1868 in Embsen; † 12. Februar 1927 in Berlin)
Die Krankenschwester ist die deutsche Version der Florence Nightingale: Sie reformierte die deutsche Krankenpflege. Sie war Tochter eines Gutsbesitzers und wollte ursprünglich Lehrerin werden, erkannte aber schnell, dass dieser Beruf doch nicht zu ihr passte. Daraufhin wandte sie sich der Krankenpflege zu, machte ihre Ausbildung im Clementinenhaus in Hannover und war dann als Krankenschwester an den Göttinger Universitätskliniken tätig. In den nächsten Jahren arbeitete sie in der privaten Krankenpflege und war Teil des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins. Im Rahmen dessen arbeitete sie die Satzung für die 1903 gegründete Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands sowie der Säuglings- und Wohlfahrtspflegerinnen (kurz: BOKD bzw. BO) aus und wurde deren erste Vorsitzende. Heute ist der Verband unter dem Namen Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) bekannt und hat mehr als 20.000 Mitglieder. Agnes Karll setzte sich neben der Anerkennung ihres Berufsstandes für eine fundierte, dreijährige Ausbildung in der Krankenpflege ein. Auch die einheitliche Berufsbezeichnung Krankenschwester ist auf diese Ikone in der Pflege zurückzuführen.

„Ich komme mir manchmal vor wie der kleine David mit dem Riesen Goliath. Aber ich denke, in diesem Kampf ist ein warmes Herz der einzige Stein zum Werfen.“
– Agnes Karll

Henry Dunant

(*8. Mai 1828 in Genf; † 30. Oktober 1910 in Heiden)
Henry Dunant unternahm 1859 eine Geschäftsreise in die Nähe der italienischen Stadt Solferino und wurde dort Zeuge der schlechten Zustände, unter denen dort die Verwundeten versorgt wurden. Die Folgen der Schlacht zwischen der Armee Österreichs, den Truppen Sardinien-Piemonts und Frankreich hinterließen einen so prägenden Eindruck bei Dunant, dass er seine Erlebnisse niederschrieb und veröffentlichte. 1863 kam es in Folge dessen in Genf zur Gründung des Komitees, welches wir heute als das Rote Kreuz kennen. Das Komitee forderte damals die Gründung nationaler Hilfsgesellschaften für Kriegsverwundete und die Entsendung freiwilliger Pflegekräfte auf das Schlachtfeld. Für seine Lebensleistung erhielt diese Ikone 1901 den Friedensnobelpreis.

„Mitgefühl ist nie verschwendet, es sei denn, man hat Mitleid mit sich selbst.“
– Henry Dunant

Mary Eliza Mahoney

(*07. Mai 1845; † 04. Januar 1926)
Mahoney war die erste Afroamerikanerin, die den Beruf der Krankenschwester professionell erlernt und anschließend auch ausgeübt hat. Als eine der ersten afroamerikanischen Absolventinnen einer Schwesternschule lehnte sie sich gegen die Diskriminierung schwarzer Krankenschwestern auf. 1908 gründete sie zusammen mit Adah B. Thoms die National Association of Colored Graduate Nurses (NACGN), welche einen erheblichen Einfluss auf die Beseitigung der Rassendiskiminierung in den Pflegeberufen hatte.

Quellen:

History: www.history.com/topics/womens-history/florence-nightingale-1

Deutsches Rotes Kreuz: www.drk.de/das-drk/geschichte-des-roten-kreuzes/wissen-und-helfen/biografie-henry-dunant/

National Women’s History Museum: www.womenshistory.org/education-resources/biographies/mary-mahoney

DBfK: www.dbfk.de/de/ueber-uns/150ster-Geburtstag-Agnes-Karll.php

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